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Projekt X trifft auf Interesse – Politiker bekunden Interesse

Garbsen (acw). „Wir arbeiten gerne mit der Stadt zusammen und schätzen ihre Kompetenzen“, sagt Detlev Beaury, Geschäftsführer von Projekt X. Eben diese Zusammenarbeit des Projekt X mit der Stadt Garbsen soll nun um weitere fünf Jahre verlängert und die Betreuung im Bereich Auf dem Kronsberg in Berenbostel ausgebaut werden. Der Antrag an den Stadtrat ist bereits gestellt und muss nur noch beschlossen werden.

 

Für genauere Informationen und eine Zwischenbilanz luden die beiden Geschäftsführer der erfolgreichen Initiative, Detlev Beaury und Katharina Nickel, am vergangenen Montag die Landtagsabgeordnete Editha Lorberg, den Bundestagsabgeordneten Hendrik Hoppenstedt, Garbsens Ortsbürgermeister Franz Genegel, Ratsvorsitzenden Hartmut Büttner und den sozialpolitischen Sprecher der CDU-Fraktion Erich Pohl zum Treffpunkt des Projekt X am Bärenhof ein, die gemeinsam ihr Interesse und ihre Unterstützung bekundeten.

 

Das Projekt X wurde von Mitarbeitern der Gruppe Jugendhilfe e.V. im Jahr 2014 mit der Unterstützung der Stadt Garbsen gegründet und kümmert sich seitdem um auffällige Jugendliche bis zu einem Alter von 21 Jahren, die sich helfen lassen wollen, um von der schiefen Bahn loszukommen und um ihnen Schule, Beruf und Perspektive zu vermitteln. In den letzten Jahren konnten dabei 50 bis 100 Jugendliche erreicht werden. Ziel der Gründung war damals auch mehr Sicherheit in den Bereichen Auf der Horst in Garbsen und in Berenbostel Auf dem Kronsberg zu schaffen und dies mit Erfolg. Nach drei Jahren Jugendarbeit beim Projekt X konnte Garbsen in Bezug auf Straftaten mittlerweile unter dem Niedersächsischen Durchschnitt gehalten werden. „Wir setzen uns seit vielen Jahren für das Projekt ein, um Sicherheit zu geben. Diese Vernetzung und das Wissen, das dieses Projekt mit sich bringt, könnte ein normaler Stadtangestellter gar nicht aufbauen“, sagt Pohl. Die Vernetzung, die gemeinsam mit der Einzelfallhilfe, den Gruppen- angeboten und Streetwork eine der vier Säulen des Projekts bildet, ist mitunter das Erfolgsgeheimnis von Projekt X. Denn es ist eine intensive Zusammenarbeit mit weiteren sozialen Institutionen und Netzwerken sowie Schulen in Garbsen gewährleistet. Bei Hilfsbedarf ist Projekt X die Anlaufstelle, die den Kontakt zu den Ämtern herstellt. „Es ist etwas anderes zum Jugendamt gehen zu müssen. Bei uns kann ein anderer Zugang und besseres Vertrauen geschaffen werden. Das steigert auch die Bereitschaft sich helfen zu lassen“, so Nickel.

 

Eine der Besonderheiten des Projekts ist die Sprachkompetenz, die die Mitarbeiter mit sich bringen und bei insgesamt 101 Nationalitäten im Bereich Auf der Horst anwenden können. Von acht Mitarbeitern spricht einer indisch, einer albanisch, einer deutsch, zwei kurdisch und drei türkisch. Mithilfe dieser Sprachkenntnisse fällt es den Projektmitgliedern einfacher einen Draht zu den Jugendlichen zu finden und ihnen somit zu helfen. Aufgrund dieser notwendigen Kompetenz wird ein Großteil der von der Stadt zur Verfügung gestellten Gelder für das Personal in Anspruch genommen. Die Mitarbeiter stoßen während ihrer Arbeit in den Vierteln in Garbsen auf Problematiken, wie steigender Hilfsbedürftigkeit, von Familien durch Übergewicht, Depressionen, Drogenhandel, Armut und vielen mehr. Um diesen Problematiken entgegenzuwirken, stellt das Projekt X wöchentlich ein vielfältiges Angebot, wie unter anderem das Projekt „Gutes Essen“, wo gemeinsam friedlich gekocht wird oder viele sportpädagogische Angebote mithilfe der durch die Stadt Garbsen zur Verfügung gestellten Hallen auf die Beine. Und das kommt an. „Wir hören von den Kindern häufig: Der schönste Tag ist der Donnerstag, denn da ist Projekt X.“, sagt Beaury.

 

Quelle (Text und Bild): Ann-Christin Weber (hallo Rundblick)