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Rat will alle Garbsener Buslinien erhalten

Ratsmitglieder stimmen gegen die Streichung und Kürzungen. Quelle: Gerko Naumann (www.haz.de)
Ratsmitglieder stimmen gegen die Streichung und Kürzungen. Quelle: Gerko Naumann (www.haz.de)

Der Rat will vermeiden, dass in Garbsen Buslinien gestrichen und die Taktung verringert wird. Mit nur einer Enthaltung stimmte er in seiner Sitzung einer Stellungnahme der Stadt zu, die die Pläne der Region zurückweist.

 

Garbsen-Mitte. Der Rat hat den Plänen der Region, Buslinien in Garbsen teilweise zu streichen und die Taktung zu verringern, eine Absage erteilt. Die Mitglieder stimmten mit nur einer Enthaltung einer Stellungnahme der Verwaltung zu, die die Einsparungen an Fahrten und Linien zurückweist. Die Region versucht, den Buslinienverkehr ab 2020 auf wirtschaftlichere Füße zu stellen und hat für den Bereich Garbsen die Linien 410, 430, 431, 440 (400), 490/491 genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Schlecht besetzte Fahrten sollen gestrichen, gut besetzte Linien ausgebaut werden. 

 

Linien dürfen nicht wegfallen

 

„Die Taktanpassung der Linie 410 von 30 auf 60 Minuten bereits ab 19.30 Uhr wird nicht mitgetragen“, heißt es in dem Brief der Stadt an die Region. Die Linie 440 stelle dafür keine Alternative dar, weil sie den Bereich Garbsen-Mitte nicht anfahre. Zudem sei ein Wegfall der Schleifenfahrten der Linie 430 über Berenbostel außerhalb der Schulzeiten nicht hinnehmbar. Durch den Neubau des Badeparks Berenbostel gäbe es dort künftig auch nachmittags eine erhebliche Nachfragen nach öffentlichem Nahverkehr. Auch den Wegfall von Fahrten auf den Linien 410, 430 und 431 sieht die Stadtverwaltung kritisch. Wegen der medizinischen Versorgung der Bürger müsse die Linie 490 bis Neustadt erhalten bleiben.

 

Suche nach intelligenten Lösungen

 

Linien zu streichen oder zu kürzen sei nicht die Lösung, sagte Ratsmitglied Jürgen Haase (CDU). Auch in Randgebieten wie Heitlingen, Frielingen und Horst müsse es ein verkehrliche Infrastruktur geben. Deshalb müsse die Region nach intelligenten Lösungen, wie etwa kleinere Busse, suchen. Drastischer formulierte es Günther Petrak, der Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen: „Wenn der Bürger kein vernünftiges Angebot hat, steigt er auf das Auto um. Das wollen wir doch auch nicht.“ Zudem bemängelte er, dass die Bürger bei den Plänen der Region nicht mitbestimmen konnten. 

 

Natürlich wolle man nicht, dass große Busse mit nur zwei Personen alle zehn Minuten fahren, sagte Martin Fochler von der SPD. „Wir brauchen aber ein intelligentes innerstädtisches System, das wir mit der Region abstimmen.“ Ruftaxis oder kleiner Busse seien eine Möglichkeit. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Karsten Vogel, der auch als Vertreter in der Regionsversammlung sitzt, merkte an, dass man auch immer mitbedenken müsse, dass Regiobus ein wirtschaftliches Unternehmen sei. „Die Wünsche in den Orten seien oft größer als die wirtschaftlichen Möglichkeiten.“

 

Mehr Rufbusse und -taxis  

 

In ihrer Stellungnahme hat die Stadt auch Forderungen an die Region formuliert. So sei ein Ringbussystem zwischen Garbsen-Mitte, dem Uni-Campus und Berenbostel unerlässlich. Zudem müsse es eine Busanbindung an das neue Amazon-Sortierzentrum an der Burgstraße geben. Zukünftig sollte es von der Region verstärkt flexible und bedarfsorientierte Angebote wie kleine Rufbusse und Ruftaxis geben. 

 

Von Linda Tonn (www.haz.de)