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Hoppenstedt besucht PZH-Forschungsprojekte

Spannender Austausch: Hans Jürgen Maier (von links), Maximilian Bleicher, Hendrik Hoppenstedt, Bernhard Roth, Niklas Weckert und Felix Tangerding treffen sich in der Werkstatt des Teams Horse Power im PZH. Quelle: Jutta Grätz (www.haz.de)
Spannender Austausch: Hans Jürgen Maier (von links), Maximilian Bleicher, Hendrik Hoppenstedt, Bernhard Roth, Niklas Weckert und Felix Tangerding treffen sich in der Werkstatt des Teams Horse Power im PZH. Quelle: Jutta Grätz (www.haz.de)

Fahrerlose Rennwagen, Sensoren, die Unkraut erkennen oder zur Blutanalyse eingesetzt werden: Über aktuelle Forschungsprojekte des PZH hat sich am Montag Staatsminister Hendrik Hoppenstedt informiert.

 

Garbsen-Mitte. Fahrerlose Rennwagen, Sensoren, die Unkraut erkennen können oder zur Analyse von Blut genutzt werden: Was wie eine Vision klingt, wird im Produktionstechnischen Zentrum (PZH) der Leibniz Universität Hannover bereits entwickelt. Über diese und andere aktuelle Forschungsprojekte hat sich Hendrik Hoppenstedt, Staatsminister und CDU-Bundestagsabgeordneter, bei seinem mittlerweile dritten Besuch im PZH am Montag informiert.

Erst vor ein paar Tagen hatten im PZH die Sektkorken geknallt: Das Forschungsprojekt Phoenix-D ist Ende September von der Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern als eines von vier sogenannten Exzellenzclustern am Wissenschaftsstandort Hannover ausgewählt worden und wird für sieben Jahre finanziell gefördert. Ingenieure im PZH beteiligen sich an der Entwicklung spezieller optischer Systeme als Sensoren und Informationsübermittler. Phoenix-D könnte nicht nur die Wissenschaft revolutionieren, sondern hat auch großes wirtschaftliches Potenzial: „Ob in der Medizintechnik, in der Landwirtschaft, der Sicherheitstechnik oder der Mobilität: Licht und optische Systeme bieten viele Lösungen für globale Herausforderungen“, erklärte Professor Bernhard Roth, wissenschaftlicher Leiter des Hannoverschen Zentrums für Optische Technologien, beim Besuch des Staatsministers.

 

„Durch den Einsatz von optischen Systemen könnte beispielsweise der Einsatz von Chemie in der Landwirtschaft minimiert werden“, sagte Roth. Durch die Präzisionsoptik kann ein Sensor die einzelnen Pflanzen registrieren, differenzieren und Unkraut erkennen, das dann gezielt mit einem Laser zerstört werden kann. Die optischen Systeme lassen sich für die Entwicklung hochpräziser, aber kostengünstiger Kameras nutzen. Und in der Gesundheitsforschung und Diagnostik könnten Sensoren künftig Biomoleküle, Speichel, Blut und sogar Krebszellen messen. Die Wissenschaftler arbeiten an einem digitalisierten Fertigungssystem, das individuelle und damit maßgeschneiderte Produkte herstellen kann. „Wir planen Optik-Komponenten, die sogar lernen können“, sagte Roth. In Kürze sei der Neubau eines „House of Optics“ geplant.

„Dies und die Ansiedlung der übrigen Maschinenbauinstitute der Universität im September 2019 hier im Campus werden unserer Forschung einen weiteren Schub geben“, sagte Hans Jürgen Maier, Leiter des Instituts für Werkstoffkunde am PZH. Wissenschaftler aus dem Maschinenbau, der Physik, der Elektrotechnik, Informatik und Chemie arbeiten bei Phoenix-D gemeinsam. An Phoenix-D beteiligt sind außer der Leibniz Universität das Laserzentrum Hannover, die TU Braunschweig und das Max-Planck-Institut für Gravitationstechnik.

 

Entwickeln, simulieren, konstruieren und auch schon mal in der Werkstatt im PZH eine Nacht durchschrauben: Das gehört beim etablierten internationalen Konstruktionswettbewerb Formula Student dazu. EH18 – das steht für Electric Horse Power 2018 – heißt der Rennwagen, den das Studenten-Team Horse Power in dieser Saison europaweit und erstmals autonom – das heißt ohne Fahrer – ins Rennen schickte, zuletzt in Barcelona.

 

„Das Fahrzeug steckt voller innovativer Details“, erklärte der aktuelle technische Leiter des Teams, Masterstudent Maximilian Bleicher, der das Projekt seit etwa einem Jahr begleitet. Ein Computer ist das Gehirn des Autos, Kameras und Sensoren sind die Augen, optische Sensoren gibt es auch an den Rädern. Die Reifen sind eigens für den EH18 von Continental hergestellt. Das 200-Kilogramm-Fahrzeug beschleunigt in 2,3 Sekunden von Null auf Hundert. Zum Team gehören nicht nur Maschinenbauer, sondern auch Elektrotechniker und Wirtschaftswissenschaftler. Alle nutzen die Synergien aus der interdisziplinären Zusammenarbeit für Tests, Marketing, Wettbewerbe. „Sieben Monate Entwicklung bis ins kleinste Detail für einen kleinen Moment: Das ist manchmal nervenaufreibend, aber viel mehr als ein Studium “, sagte Niklas Weckert, der schon vier Jahre zum Horse-Power-Team gehört. „Ich bin sehr beeindruckt, das ist ein großartiges Projekt“, sagte Hoppenstedt.

 

Quelle: Jutta Grätz (www.haz.de)