· 

Einsatz für Stasi-Opfer: Hartmut Büttner erhält Preis für sein Lebenswerk

Stasi-Opfer aus Niedersachsen hatten Hartmut Büttner für den Preis vorgeschlagen. Quelle: Gerko Naumann
Stasi-Opfer aus Niedersachsen hatten Hartmut Büttner für den Preis vorgeschlagen. Quelle: Gerko Naumann

Der Ratsvorsitzende und ehemalige Bundestagsabgeordnete Hartmut Büttner erhält den Sonderpreis des Karl-Wilhelm-Fricke-Preises für sein Lebenswerk. Die Jury lobt Büttners Einsatz für Stasi-Opfer.

 

Garbsen/Berlin. Große Ehre für den Ratsvorsitzenden und ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Hartmut Büttner aus Garbsen: Für seinen Einsatz zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in der ehemaligen DDR erhält der 67-Jährige am 13. Juni in Berlin den Sonderpreis des Karl-Wilhelm-Fricke-Preises. Eine Jury, in der unter anderem der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler und die frühere Bundesbeauftragte für Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, vertreten waren, zeichnet Büttner für dessen Lebenswerk aus.

 

„Ich war sowas von gerührt“

 

„Ich war sowas von gerührt, als ich davon erfahren habe“, sagt Büttner. Er empfinde den Preis als „hohes Maß an Ehre“. Die gebühre aber nicht ihm allein. „Ich teile den Preis mit allen SED-Opfern, die mir Einblick in ihre Akten gewährt und mich unterstützt haben“, sagt Büttner.

Der Preis ist nach dem verstorbenen Deutschlandfunk-Journalisten Karl-Wilhelm Fricke benannt. Fricke war von der Staatssicherheit der DDR (Stasi) aus Westberlin nach Ostberlin entführt worden und verbrachte drei Jahre im Kerker. Der Sonderpreis ist mit 5000 Euro dotiert. Büttner will sie für Projekte zur Besserstellung von SED-Opfern einsetzen. Stasi-Opfer aus Niedersachsen, deren Interessen Büttner seit 2010 als Sprecher eines Netzwerkes vertritt, hatten ihn für den Preis vorgeschlagen.

 

Einsatz seit der frühesten Jugend

 

Büttner setzte sich seit seiner frühesten Jugend für demokratische Verhältnisse in der damaligen DDR ein, heißt es in der Begründung der Preisverleihung. In den Achtzigerjahren engagierte er sich etwa für eine Städtepartnerschaft von Garbsen mit Schönebeck/Sachsen-Anhalt. Von 1990 bis 2005 vertrat Büttner seinen Wahlkreis Magdeburger Börde im Deutschen Bundestag. Hier war seine Haupttätigkeit die Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland.

Nach seinem freiwilligen Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag entdeckte Büttner in Opferakten von mittlerweile in Garbsen wohnenden Stasi-Opfern mehrere Stasi-Zellen in Garbsen. Aus diesen Erkenntnissen erarbeitete er eine Dokumentation, die er mehrmals vor Hunderten Besuchern im großen Saal des Kinos in Garbsen vorstellte.

 

Preisverleihung in Berlin

 

Büttner wird zur Preisverleihung am 13. Juni nach Berlin reisen. Die Laudatio auf den Garbsener hält Rainer Eppelmann. Er ist Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Aufarbeitung.

 

Von Gerko Naumann (www.haz.de)